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Erfassen, Auswerten und Optimieren von industriellen Daten: Wie meistert man die drei Leistungsstufen?

Datenanalyse & KI

Online gestellt am 03/02/2026

Lesedauer 4 Minuten

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In der Industrie ist Daten längst nicht mehr nur ein Strom aus der Automatisierungstechnik. Sie ist zu einem strukturierenden Hebel der operativen Performance geworden – an der Schnittstelle von OT, IT und Fachbereichen.

Dennoch nähern sich viele Industrieunternehmen dem Thema Daten weiterhin isoliert nach Anwendungsfällen: historisches Reporting, industrielle Echtzeit-Überwachung oder ein punktuelles prädiktives Projekt. Dieser Silo-Ansatz begrenzt zwangsläufig den geschaffenen Mehrwert.

Nachhaltige Performance beruht auf der gemeinsamen Beherrschung der drei Zeitebenen industrieller Daten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Diese Dimensionen stehen nicht im Widerspruch zueinander – sie ergänzen sich, speisen sich gegenseitig und sind entscheidend für die Verlässlichkeit operativer Entscheidungen.

Die VERGANGENHEIT: Historische Daten als Fundament der industriellen Analyse

Historische Daten bilden den Referenzrahmen der Wahrheit industrieller Abläufe. Ohne sie ist es unmöglich, Leistung objektiv zu bewerten, Abweichungen zu qualifizieren oder vergleichbare Situationen über die Zeit hinweg gegenüberzustellen.

Historisierte Daten ermöglichen insbesondere:

  • die Analyse von Leistungstrends (Takt, Qualität, Energie)
  • die Identifikation schleichender Abweichungen, die in Echtzeit oft unsichtbar bleiben
  • den Vergleich zwischen Linien, Teams oder Standorten auf einer einheitlichen Basis
  • kausale Analysen auf Grundlage gemessener und kontextualisierter Fakten

Diese zeitliche Tiefe erlaubt den Übergang von lokaler Fehlerkorrektur zu einer strukturierten kontinuierlichen Verbesserung.

Kennzahlen wie der OEE (Gesamtanlageneffektivität) sind beispielsweise nur dann aussagekräftig, wenn sie auf einer zuverlässigen, kontextualisierten und mit der Realität im Shopfloor konsistenten Historisierung basieren.

Industrielle Daten Historian spielen hierbei eine Schlüsselrolle: Sie stellen Kontinuität, Rückverfolgbarkeit und Datenqualität aus Steuerungs- und Leitsystemen sicher.

Die GEGENWART: Echtzeitdaten als Instrument der operativen Steuerung

Wenn die Vergangenheit hilft zu verstehen, ermöglicht die Gegenwart zu handeln.

Echtzeitdaten stehen im Zentrum der operativen Steuerung: Sie bestimmen die Reaktionsfähigkeit der Teams, die Abstimmung zwischen den Funktionen und die Fähigkeit, operative Auswirkungen zu begrenzen.

Eine wirksame Nutzung von Echtzeitdaten ermöglicht es:

  • Abweichungen von den nominalen Betriebsbedingungen sofort zu erkennen
  • Maßnahmen nach ihrem tatsächlichen Einfluss zu priorisieren
  • Produktion, Instandhaltung und Qualität auf einer gemeinsamen Informationsbasis auszurichten
  • Verluste durch ungeplante Stillstände, Ausschuss und Überverbräuche zu reduzieren

Moderne SCADA-Systeme und industrielle Leitstände sind längst nicht mehr nur Visualisierungswerkzeuge. Sie entwickeln sich zu operativen Entscheidungszentren, die Kontext, intelligente Alarme und Leistungskennzahlen integrieren.

Die Herausforderung besteht nicht darin, auf mehr Daten zuzugreifen, sondern zuverlässige, kontextualisierte und für die Shopfloor-Teams unmittelbar nutzbare Informationen bereitzustellen.

 

Die Zukunft: Von prädiktiv zu präskriptiv, hin zur industriellen Optimierung

Die Zukunft industrieller Daten liegt in der Fähigkeit, vorherzusagen und Empfehlungen abzuleiten und nicht mehr nur darin, Sachverhalte festzustellen.

Prädiktive Ansätze ermöglichen es, frühzeitig zu antizipieren:

  • Qualitätsabweichungen, bevor sie zu Nichtkonformitäten werden
  • Anlagenstörungen, bevor es zum Stillstand kommt
  • Energieabweichungen, bevor sie wirtschaftliche Auswirkungen haben

Dies bildet die Grundlage für Vorausschauende Wartung und industrielle Künstliche Intelligenz; vorausgesetzt, die Modelle basieren auf zuverlässigen, konsistenten Daten, die die realen Betriebsbedingungen korrekt widerspiegeln.

Präskriptive Systeme gehen noch einen Schritt weiter, indem sie optimale Maßnahmen vorschlagen: Parameteranpassungen, Interventionssequenzen oder Produktionsentscheidungen.
Ohne die Beherrschung von Vergangenheit und Gegenwart bleiben diese Ansätze jedoch theoretisch und in der Praxis kaum nutzbar

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Die Kontinuität der drei Zeitebenen: Voraussetzung für industrielle Performance

Wie deutlich geworden ist, liegt der Wert industrieller Daten nicht in einer punktuellen Nutzung, sondern in der Kontinuität zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

  • Echtzeitdaten bilden den Rohstoff der Historie. Kontinuierlich erfasste Daten speisen eine verlässliche Wissensbasis, die es ermöglicht, operative Erfahrungen zu kapitalisieren und Analysen über die Zeit und über industrielle Bereiche hinweg zu standardisieren.
  • Historische Daten, einmal strukturiert und kontextualisiert, machen prädiktive Ansätze erst wirklich nutzbar. Diese konsolidierten Daten sind die Grundlage für robuste Modelle, die die realen Betriebsbedingungen abbilden und verlässliche Ergebnisse liefern.
  • Prädiktive Ansätze schließlich stärken unmittelbar die Echtzeitsteuerung. Durch Antizipation und Handlungsempfehlungen versetzen sie die Teams in die Lage, schneller, gezielter und im Einklang mit den Zielen der operativen Performance zu entscheiden.

Diese Kontinuität bildet das Fundament einer echten Strategie für das Management industrieller Daten; ausgerichtet auf Performance, nicht auf Technologie.

Industrielle Lösungen wie die Software von AVEVA ermöglichen es, diese Wertschöpfungskette zu orchestrieren, indem sie Leittechnik, Historisierung, Datenanalyse und KI innerhalb einer kohärenten Architektur miteinander verbinden.

 

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Industrielle Daten schaffen nur dann Wert, wenn sie in eine durchgängige Logik eingebettet sind; vom Shopfloor bis zur Entscheidungsebene.
Vergangenheit zu erklären, die Gegenwart zu steuern und die Zukunft zu optimieren sind keine getrennten Ansätze, sondern untrennbare Bestandteile ein und derselben Performance-Strategie.

Auf Basis sich ergänzender Bausteine wie AVEVA InTouch HMI und AVEVA System Platform für die Echtzeit-Supervision, AVEVA Historian für die Historisierung und nachhaltige Nutzung der Daten sowie den Advanced-Analytics- und Industrial-AI-Lösungen von AVEVA für prädiktive und präskriptive Anwendungsfälle, strukturieren Industrieunternehmen ein konsistentes, nutzungsorientiertes Datenmanagement.

Die Cloud-Plattform AVEVA CONNECT erweitert diesen Ansatz, indem sie die Kontinuität zwischen OT- und IT-Welten sicherstellt, den sicheren Datenaustausch, die Zusammenarbeit und den unternehmensweiten Rollout fortschrittlicher Use Cases erleichtert.
Diese einheitliche Architektur macht Entscheidungen belastbarer, beschleunigt die operative Steuerung und verankert industrielle Performance nachhaltig über die Zeit.

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