Was versteht man unter Material- und Produktbestandsmanagement?
Die Bestandsverwaltung in einem Werk ist eine zentrale Funktion für die Planung, Steuerung und Überwachung des Flusses von Rohstoffen und Fertigprodukten. Dazu gehört die Einrichtung von Prozessen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit der für die Produktion benötigten Rohstoffe und Komponenten sowie die Verwaltung der Fertigproduktbestände.
Eine optimierte Bestandsverwaltung ist der Prozess der Überwachung und Steuerung der Bestandsmengen von Rohstoffen, Komponenten, unfertigen Erzeugnissen und Fertigprodukten im Werk. Es hilft dabei, die beiden Hauptprobleme – Überbestände oder Engpässe – zu vermeiden, Lagerkosten zu minimieren und die Verwaltung der Lagerflächen zu verbessern.
Dazu gehört die Koordination der Aktivitäten zwischen verschiedenen Abteilungen des Werks, wie beispielsweise Produktion, Logistik, Beschaffung und Planung. Diese Verwaltung ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass Materialien und Produkte rechtzeitig verfügbar sind, wodurch Produktionsverzögerungen, Zeitverschwendung und zusätzliche Kosten vermieden werden.
Die Bestandsverwaltung innerhalb eines Werks wird in der Regel von der Logistik- oder der Betriebsabteilung durchgeführt. Diese Abteilungen sind für die Planung, Organisation und Kontrolle der Bestände an Rohstoffen, Halbfertig- und Fertigprodukten verantwortlich. Die Aufgaben sind vielfältig und umfassen die Prognose der zukünftigen Produktnachfrage und die Sicherstellung der Nachschubversorgung, die Verwaltung von Wareneingängen und Lagerhaltung, die regelmäßige Überwachung der Lagerbestände und die Durchführung von Bestandsaufnahmen, die Verwaltung von Bestellungen und deren Versand sowie die Analyse der Bestände, der damit verbundenen Kosten und der Verbrauchstrends.
Was sind die wichtigsten Funktionen einer MES-Software für die Bestandsverwaltung?
MES-Software unterstützt Hersteller bei der Verwaltung ihrer Produktbestände durch spezifische Funktionen. Hier sind 5 wichtige Funktionen, die in einer MES-Software unverzichtbar sind:
1. Echtzeit-Überwachung der Lagerbestände
MES-Software muss einen genauen Überblick über die verfügbaren Mengen an Rohstoffen und Fertigprodukten bieten.
2. Verwaltung von Wareneingängen und -ausgängen
MES-Software erfasst Bestandsbewegungen, sei es bei der Beschaffung von Rohstoffen oder beim Versand von Fertigproduktbestellungen.
3. Nachverfolgung von Serien- oder Chargennummern
Produkte werden anhand von Serien- oder Chargennummern nachverfolgt, daher muss MES-Software diese wichtigen Informationen während des gesamten Fertigungs- und Vertriebsprozesses verwalten und nachverfolgen.
4. Low stock alerts
MES-Software ist so konfiguriert, dass sie Warnmeldungen versendet, sobald die Lagerbestände einen vordefinierten Mindestschwellenwert erreichen, wodurch die Nachschubplanung ermöglicht wird.
5. Bestandsoptimierung
Dank künstlicher Intelligenz oder anderer fortschrittlicher Algorithmen sollte MES-Software in der Lage sein, historische Bestandsdaten und Nachfrageprognosen zu analysieren und so zur Optimierung der Lagerbestände beizutragen.
Wie verwaltet man Rohstoff- und Fertigwarenbestände mit der MES-Software von AVEVA?

Factory Software bietet eine Reihe von AVEVA-Softwarelösungen für die Verwaltung von Fabrikbeständen an:
AVEVA MES Operations ermöglicht es Ihnen, jede Phase des Produktionsprozesses zu überwachen und zu steuern – vom Wareneingang der Rohstoffe bis zur Auslieferung der Fertigprodukte. MES Operations umfasst Funktionen zur Verwaltung von Lagerabläufen und ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zwischen Lagerorten, mobilen Lagereinheiten oder Produktionsanlagen für Rohstoffe, Halbfertig- und Fertigprodukte. Die Materialmengen werden im Produktionsbestand automatisch aktualisiert, sobald Materialien verbraucht und Produkte hergestellt werden.
AVEVA Batch Management: Bietet eine äußerst flexible Verwaltung aller Chargenabläufe, wie sie insbesondere in den Bereichen Life Sciences, Feinchemie und Lebensmittelindustrie vorkommen. AVEVA Batch Management entspricht den ISA-88-Standards für die Chargensteuerung und integriert Leit- und Überwachungsfunktionen sowohl für das Rezepturmanagement als auch für die Chargenausführung. Zu den integrierten Funktionen der Materialwirtschaft gehören der Verbrauch und die Bewegungen von Rohstoffen sowie die Bestände an Halbfertig- und Fertigprodukten. All dies trägt zur Erstellung elektronischer Chargenprotokolle (EBR) bei.