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Asset Management: Vier Prognosen für das Jahr 2026

Datenanalyse & KI

Online gestellt am 23/06/2026

Lesedauer 6 Minuten

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Das Asset Management befindet sich in der tiefgreifendsten Transformation der vergangenen Jahrzehnte. Die Konvergenz von Künstlicher Intelligenz (KI), Nachhaltigkeitsanforderungen, dem Wandel der Arbeitswelt und der unternehmensweiten Integration von Daten verändert grundlegend, wie Unternehmen ihre kritischen Anlagen und Ressourcen verwalten.

Die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr, ob diese Veränderungen eintreten werden, sondern wie gut Ihre Organisation darauf vorbereitet ist, sie erfolgreich zu nutzen.

Im Folgenden stellen wir die vier wichtigsten Trends vor, die das Asset Management im Jahr 2026 und darüber hinaus prägen werden.

1. Künstliche Intelligenz wird zum neuen Standard

Der Markt für vorausschauende Wartung wächst rasant. Nachdem sein Volumen im Jahr 2022 bereits auf rund 7,85 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, wird der globale Markt zwischen 2023 und 2030 voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate von 29,5% expandieren.

Das Jahr 2026 markiert dabei einen entscheidenden Wendepunkt: Künstliche Intelligenz entwickelt sich von einer zukunftsorientierten Vision zu einem festen Bestandteil des operativen Betriebs. Fortschrittliche Machine-Learning-Algorithmen werden in der Lage sein, Anlagenausfälle sechs bis zwölf Monate im Voraus mit einer Genauigkeit von über 85% vorherzusagen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber den heutigen Möglichkeiten.

Richtig implementiert kann eine auf dem Internet der Dinge (IoT) basierende vorausschauende Wartung bereits heute Prognosegenauigkeiten von über 90% erreichen. Mit der kontinuierlich steigenden Verfügbarkeit von Daten wird diese Präzision weiter zunehmen.


Die Kombination aus IoT-Sensoren, Digital Twins und künstlicher Intelligenz schafft ein umfassendes Ökosystem zur Zustandsüberwachung von Anlagen. Dieses liefert Echtzeitinformationen über den Zustand kritischer Assets und ermöglicht den Wechsel von zeitbasierten zu zustandsorientierten Wartungsstrategien. Dadurch lassen sich Wartungskosten um 20 bis 30% senken, während Wartungspläne anhand tatsächlicher Nutzungsmuster und Umgebungsbedingungen dynamisch angepasst werden – anstelle starrer kalenderbasierter Intervalle.

Was das Jahr 2026 besonders macht, ist jedoch, dass Künstliche Intelligenz weit über die vorausschauende Wartung hinausgehen wird. Sie wird Beschaffungsentscheidungen unterstützen, die Ersatzteilverwaltung optimieren, Empfehlungen für Reparatur- oder Austauschstrategien geben und sogar die finanziellen Auswirkungen von Wartungsentscheidungen auf die Gesamtleistung eines Unternehmens prognostizieren.

Technologien, die heute noch als innovativ gelten, werden damit zum neuen Standard.

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2. Künstliche Intelligenz und der Wandel der Kompetenzen

Die Instandhaltungsorganisation befindet sich im Wandel: Künstliche Intelligenz ersetzt den Menschen nicht, sondern erweitert seine Fähigkeiten. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der Markt für Augmented Reality (AR), der 2024 auf 83,65 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde und zwischen 2025 und 2030 voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 37,9% wachsen wird. Zu den wichtigsten Einsatzgebieten zählen dabei Instandhaltung und Field Service.

Augmented Reality wird Servicetechniker künftig durch komplexe Reparaturen und Inspektionen führen, indem digitale Informationen direkt auf die physische Anlage projiziert werden. Ein Nachwuchstechniker mit einer AR-Brille erhält dadurch Zugriff auf das Wissen eines erfahrenen Experten mit 20 Jahren Berufserfahrung – inklusive visueller Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Echtzeit-Unterstützung durch Remote-Experten und sofortigem Zugriff auf technische Dokumentationen.
Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor einer großen Herausforderung: Mit dem Ruhestand erfahrener Fachkräfte gehen jahrzehntelang aufgebaute Kenntnisse und wertvolles Erfahrungswissen verloren, das sich mit klassischen Schulungsmethoden nur schwer ersetzen lässt. Dadurch entsteht eine kritische Wissenslücke, die die Betriebssicherheit und die Kontinuität der Instandhaltung gefährden kann.

KI-Systeme bieten hier einen entscheidenden Lösungsansatz. Sie können Diagnosemuster, Problemlösungsstrategien und kontextbezogene Entscheidungsprozesse erfahrener Mitarbeiter erfassen und in einer für alle zugänglichen Wissensbasis verfügbar machen. So wird Expertenwissen von einer individuellen Kompetenz zu einer unternehmensweiten Ressource, die jedem Techniker – unabhängig von seiner Erfahrung – zur Verfügung steht.

Dieser Ansatz trägt nicht nur dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sondern sorgt auch für eine gerechtere Verteilung von Wissen innerhalb der Organisation. Nachwuchskräfte erhalten unmittelbaren Zugang zu Expertenwissen für komplexe Aufgaben, während erfahrene Techniker Situationen bewältigen können, die bisher jahrzehntelange Berufserfahrung voraussetzten.

Das Ergebnis ist eine widerstandsfähigere Instandhaltungsorganisation, in der Know-how nicht mehr auf wenige Spezialisten konzentriert ist, sondern in intelligente Systeme integriert wird. Dadurch können alle Mitarbeiter – unabhängig von Dienstalter oder Qualifikation – dauerhaft auf einem hohen Leistungsniveau arbeiten.

Hinzu kommt ein weiterer Wandel: Die neue Generation von Fachkräften erwartet intuitive, mobile Anwendungen für die Verwaltung von Arbeitsaufträgen. Sie ist mit Smartphones und Cloud-Anwendungen aufgewachsen und wird dieselbe Benutzerfreundlichkeit auch im Arbeitsalltag voraussetzen. Unternehmen, die weiterhin ausschließlich auf veraltete Desktop-Lösungen setzen, werden zunehmend Schwierigkeiten haben, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden.

Hybride Teams aus Menschen und künstlicher Intelligenz werden deshalb zum Standard. Während KI Routineanalysen, Anomalieerkennung und Musteranalysen übernimmt, können sich Fachkräfte auf strategische Entscheidungen, komplexe Problemlösungen und die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kunden konzentrieren. Erst diese Partnerschaft ermöglicht Produktivitätssteigerungen, die weder Mensch noch KI allein erreichen könnten.

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  1. 3. Nachhaltigkeit und die Integration von ESG-Anforderungen

  2. Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) sind längst kein Randthema mehr. Sie entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie und beeinflussen maßgeblich Entscheidungen im Asset Management. Bis 2026 werden institutionelle ESG-Investitionen voraussichtlich um 84% auf 33,9 Billionen US-Dollar steigen und damit 21,5% des weltweit verwalteten Vermögens ausmachen. Dieser enorme Kapitalzufluss erhöht den Druck auf Unternehmen, ihre Asset-Management-Plattformen an steigende Nachhaltigkeitsanforderungen anzupassen.

  3. Im Jahr 2026 werden moderne Enterprise Asset Management (EAM)-Systeme den CO₂-Fußabdruck sowie Kennzahlen zur Energieeffizienz in Echtzeit auf Anlagenebene erfassen und überwachen. Gleichzeitig werden regulatorische Vorgaben verlangen, dass sämtliche ESG-Daten digital gekennzeichnet werden, um ihre Vergleichbarkeit und Zugänglichkeit zu verbessern. Diese Entwicklung wird die umfassende Integration von Nachhaltigkeitskennzahlen in Instandhaltungs- und Asset-Management-Systeme weiter beschleunigen.

    Auch die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft werden künftig einen entscheidenden Einfluss auf das Lebenszyklusmanagement von Anlagen haben. Bei der Entscheidung zwischen Reparatur und Austausch spielen nicht mehr nur Kosten und technische Aspekte eine Rolle, sondern ebenso Umweltauswirkungen, CO₂-Emissionen und die Verfügbarkeit nachhaltiger Ersatzteile. Umweltfreundliche Instandhaltungspraktiken – von biologisch abbaubaren Schmierstoffen bis hin zur nachhaltigen Beschaffung von Komponenten – entwickeln sich von einem Wettbewerbsvorteil zu einer grundlegenden Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg.

  4. Vorreiter werden ihre Asset-Management-Systeme zudem nutzen, um automatisierte Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen. Diese unterstützen nicht nur die Einhaltung zunehmend strenger gesetzlicher Vorgaben, sondern dokumentieren gleichzeitig das Umweltengagement des Unternehmens gegenüber Investoren, Kunden und weiteren Stakeholdern.

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  1. 4. Integrierte Unternehmensökosysteme und die Demokratisierung von Daten

  2. Die Zeit isolierter Systeme neigt sich dem Ende zu. Im Jahr 2026 werden Enterprise Asset Management (EAM)-Plattformen eine zentrale Rolle innerhalb eines integrierten digitalen Ökosystems einnehmen. Sie werden nahtlos mit ERP-Systemen, Supply-Chain-Lösungen und Finanzsystemen verbunden sein und so eine unternehmensweite, datenbasierte Entscheidungsfindung ermöglichen. Informationen über den Zustand von Anlagen werden organisationsübergreifend verfügbar sein und Entscheidungen weit über die Instandhaltung hinaus beeinflussen. 

    Echtzeitdaten zur Anlagenperformance werden beispielsweise Beschaffungsstrategien optimieren und den idealen Zeitpunkt für die Nachbestellung kritischer Ersatzteile bestimmen. Produktionspläne passen sich automatisch an die Verfügbarkeit und den Zustand von Maschinen an, während die Finanzplanung vorausschauende Wartungsprognosen nutzt, um Investitionsbedarfe mit einer bisher unerreichten Genauigkeit zu modellieren.

    Gleichzeitig wird Self-Service-Analytics den Zugang zu Daten demokratisieren. Auch Anwender ohne technisches Spezialwissen können Wartungsdaten eigenständig analysieren und wertvolle Erkenntnisse gewinnen – ganz ohne umfangreiche Schulungen oder Unterstützung durch die IT. Betriebsleiter, Finanzanalysten und Führungskräfte greifen dabei auf dieselbe Datenbasis zu, erhalten jedoch jeweils die für ihre Aufgaben relevanten Auswertungen und Kennzahlen.

    Interdisziplinäre Teams werden diese gemeinsamen Informationen nutzen, um strategische Entscheidungen zu treffen, die weit über klassische Instandhaltungsaufgaben hinausgehen. Soll die Produktionskapazität erweitert oder die Auslastung bestehender Anlagen maximiert werden? Die Antwort liefert eine integrierte Datengrundlage, die Wartungshistorie, Finanzkennzahlen, Nachhaltigkeitsindikatoren und Marktprognosen miteinander verknüpft.

    Diese Demokratisierung von Daten markiert einen grundlegenden Wandel im Asset Management. Wartungsinformationen sind nicht länger isolierte Datenbestände, sondern werden zu einem wesentlichen Bestandteil der unternehmensweiten Business Intelligence.

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Neue Strategien für das Asset Management

Diese Entwicklungen zeichnen das Bild eines Asset Managements, das intelligenter, nachhaltiger, stärker integriert und konsequent auf den Menschen ausgerichtet ist. Doch dieser Wandel geschieht nicht von selbst. Er erfordert eine klare Strategie, die richtigen technologischen Grundlagen und ein realistisches Verständnis des aktuellen Reifegrads der eigenen Organisation.

Das EAM-Reifegradmodell von IFS Ultimo bietet Unternehmen einen strukturierten Rahmen, um ihre heutigen Fähigkeiten im Asset Management zu bewerten und eine klare Roadmap für die zukünftige Entwicklung zu erstellen.

Ganz gleich, ob Sie gerade erst mit der Digitalisierung von Arbeitsaufträgen beginnen oder bereits fortschrittliche vorausschauende Wartung einsetzen – die Kenntnis des eigenen Reifegrads ist der erste Schritt, um die Potenziale dieser Entwicklungen voll auszuschöpfen.

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Die Zukunft des Asset Managements hat bereits begonnen. Die einzige Frage ist: Werden Sie sie aktiv gestalten oder ihr lediglich folgen?

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